Heute war ich mit lieben Freunden und nun neuen Bekannten im Thalia-Theater in Hamburg, um mir Jette Steckels Version der Tragödie von Romeo und Julia frei nach William Shakespeare anzusehen.
Vor zwei Tagen las ich eine so dermaßen schlechte Kritik im Internet, dass ich mir schwor, dieses Stück schon aus Prinzip zu lieben.
Dieser Trotz war allerdings absolut nicht notwendig und ich appelliere an alle, dieser Kritik des Deutschlandfunks keinen Glauben zu schenken.
Licht, Choreografie, Musik und wunderschönes Schauspiel.
Dunkelheit, Schreie. Carpulet und Montague. Die Bühne ist ein Laut.
Plötzlich werden Lichtvorhänge heruntergelassen, die eine wunderschöne Location symbolisieren.
Während hinter dem Licht eine riesige Party steigt, treten immer mehr Schauspieler auf die Bühne.
Ein Wummern dröhnt zunächst unbemerkt in den Ohren, bis es mit einem Mal so stark anschwillt, dass es die Sinne benebelt und eine Künstlerin einleitet, die eine ruhelose, aufregende und provozierende Show abliefert. Sie springt und zuckt, während sie singt. Im Hintergrund werden Textfetzen auf die Statisten projiziert.
Diese erste Szene beschreibt bereits das Gesamte Stück.
Ich habe gelacht, geschrien und geweint. Ich habe mitgelitten, mitgefeiert und mitgeliebt.
Die Zerrüttung einer ganzen Weöt wird aufgeführt, die doch nur von zwei Familien abhängig zu sein scheint.
Der Schwule beste Freund Romeos wirkt zunächst überzogen, spielt seine Rolle jedoch mit so viel Charme, dass ich schon lachen musste, als er noch nicht einmal vollständig auf der Bühne stand.
Auch die Amme ragte heraus. Eine verwirrte und doch so weise Dame, mit viel Witz und Liebe.
Ich werde nun nichts über den weiterenVerlauf erzählen, da ich gerade im Nachtasyl, der Theaterbar, sitze.
Morgen folgt der Rest, ihr Lieben, mein Wein ruft!