Sonntag, 15. Februar 2015

Coexistenz

Hamburg | 14.02.2015 | Hachmannplatz 

Ihr Lieben! 
Anlässlich des gestrigen valentinstages formte ein kleiner Held die Demonstration für Koexistenz. Der Sinn war es, nicht immer gegen etwas, sondern für die Liebe zu demonstrieren. 
Unter dem Motto "Mut zur Liebe" zogen etwa 50-70 Menschen durch Hamburg. 
Es war bunt, es war friedlich, es war wunderschön. 
Ein offenes Mikrofon gab jedem die Möglichkeit, seine wünsche, träume, ängste auszusprechen. Viele Gedichte und Musik gaben dieser Veranstaltung den gewünschten Frieden. 
Ich selbst habe mich seit einiger zeit nicht mehr so glücklich, willkommen und angekommen gefühlt. 

Eine weitere schöne Idee des Veranstalters war es, kleine Geschenke zur Verfügung zu stellen. 
Darunter Bücher, platten, Kleidungsstücke. ( ich habe mir 1984 von George Orwell ausgesucht). 

Ich finde, es sollte viel mehr solcher Demos geben! Der friedliche Widerstand ist der einzige Weg, der uns verbindet und ehrlichen Frieden schafft. 

Ihr lieben! Geht in euch und findet die Musik in euch! 

Sonntag, 4. Januar 2015

Die Tragödie von Romeo und Julia

Am Anfang war das Licht und auch am Ende findet es sich wieder. 

Heute war ich mit lieben Freunden und nun neuen Bekannten im Thalia-Theater in Hamburg, um mir Jette Steckels Version der Tragödie von Romeo und Julia frei nach William Shakespeare anzusehen. 
Vor zwei Tagen las ich eine so dermaßen schlechte Kritik im Internet, dass ich mir schwor, dieses Stück schon aus Prinzip zu lieben. 
Dieser Trotz war allerdings absolut nicht notwendig und ich appelliere an alle, dieser Kritik des Deutschlandfunks keinen Glauben zu schenken. 


Licht, Choreografie, Musik und wunderschönes Schauspiel. 
 
Dunkelheit, Schreie. Carpulet und Montague. Die Bühne ist ein Laut. 
Plötzlich werden Lichtvorhänge heruntergelassen, die eine wunderschöne Location symbolisieren. 
Während hinter dem Licht eine riesige Party steigt, treten immer mehr Schauspieler auf die Bühne. 
Ein Wummern dröhnt zunächst unbemerkt in den Ohren, bis es mit einem Mal so stark anschwillt, dass es die Sinne benebelt und eine Künstlerin einleitet, die eine ruhelose, aufregende und provozierende Show abliefert. Sie springt und zuckt, während sie singt. Im Hintergrund werden Textfetzen auf die Statisten projiziert. 


Diese erste Szene beschreibt bereits das Gesamte Stück. 

Ich habe gelacht, geschrien und geweint. Ich habe mitgelitten, mitgefeiert und mitgeliebt. 

Die Zerrüttung einer ganzen Weöt wird aufgeführt, die doch nur von zwei Familien abhängig zu sein scheint. 


Der Schwule beste Freund Romeos wirkt zunächst überzogen, spielt seine Rolle jedoch mit so viel Charme, dass ich schon lachen musste, als er noch nicht einmal vollständig auf der Bühne stand. 

Auch die Amme ragte heraus. Eine verwirrte und doch so weise Dame, mit viel Witz und Liebe. 


Ich werde nun nichts über den weiterenVerlauf  erzählen, da ich gerade im Nachtasyl, der Theaterbar, sitze. 


Morgen folgt der Rest, ihr Lieben, mein Wein ruft! 

Mittwoch, 24. Dezember 2014

MICHAEL SCHULTE

04. Dezember 2014 | Traum GmbH / Orange'n'Blue Club | Kiel | Michael Schulte & Band

Michael Schulte hat einen mir unbekannten Platz in der ersten Staffel von THE VOICE OF GERMANY gemacht. Allein die Tatsache, dass er durch eine Casting Show bekannt geworden ist, würde mich normalerweise dazu verleiten, diesen Künstler gekonnt zu ignorieren, da ich von dieser öffentlichen zur Schau Stellung rein gar nichts halte.
Doch Gott sei Dank durfte ich feststellen, wie außerordentlich der rothaarige Lockenkoopf aus dem hohen Norden ist.

Durch eine Freundin war ich bereits in Neumünster im Rahmen des Kunstfleckens (Beitrag folgt!) auf einem seiner Konzerte - und war hingerissen.
Familiäre Atmosphäre, Bier, Plaudereien und wunderbare Musik ließen nichts zu wünschen übrig.

Die Band vermittelte den Eindruck, einander schon lange zu kennen und suggerierte ein freundschaftliches Treffen, auf dem munter gescherzt und musiziert wurde.

Nach diesem ersten Konzert in der Mitte Schleswig-Holsteins ging ich also mit drei weiteren Freunden auch auf das Kieler Konzert.
In der kleinen Traum GmbH war es brechend voll, doch das glichen die beiden Supports im Handumdrehen wieder aus.

Auch Michael Schulte und seine Band ließen keine Möglichkeit aus, das Publikum einzubeziehen und neckische Scherze zu machen.

Mir sind glücklicherweise einige Schnappschüsse gelungen, die im Folgenden zu sehen sind und auch in meinem Hintergrundbild auf diesem Blog auftauchen.


FAZIT:
Zwei wunderbare Konzerte auf zwei kleinen Bühnen, die viel größeres verdient haben!





WOANDERS BAR

Woanders Bar | Berlin - Neukölln | Karl-Marx-Straße 195



WOANDERS (klick)

Die WOANDERS BAR in der Berliner Karl-Marx-Straße 195 in Neukölln wirkt zunächst wie ein unscheinbares Haus, an dem man glatt vorbei laufen würde - wären da nicht die merkwürdigen Sonnenschirme vor der Tür.
Sobald man die drei kleinen Stufen genommen hat und den Laden betritt - ist man im Himmel. Urige Einrichtung, fantastische Musik, schöne Stimmung. Das garantiert die WOANDERS BAR.
Die Preise sind angemessen, die Drinks spitze. Auch die Mitarbeiter tragen zu einer sagenhaften Atmosphäre bei, sodass man sich fühlt, als würde man bei guten Freunden zu Besuch sein.
Oft legt ein Live-Künstler auf, für den auf den ersten Drink ein kleiner Euro aufgerechnet wird.

Die WOANDERS BAR ist ein Ort zum Ausruhen, Leute kennen lernen und Genießen!
Ein Muss für alle, die keine Lust auf überfüllte Clubs, betrunkene Minderjährige und Stress haben.



Dienstag, 23. Dezember 2014

THE PAST

30. November 2014 | Schaubühne | Berlin | THE PAST

Direkt nach dem HOLY HEIMAT- Weihnachtsmarkt gingen wir ins Theater, wobei wir uns recht spontan entschieden haben. Zu unserer Zeit liefen zwei Stücke, wir wählten THE PAST - ein Fehler, wie ich finde.

Eine leere Bühne.
Ein Mann kommt mit einer Einkaufstausche auf die Bühne und stellt diese ab.
Angespanntes Warten von Seiten des Publikums. Plötzlich bewegt sich die Einkaufstasche, zappelt, wirkt wild. Dann schält sich ein spindeldürrer Mann aus der Tasche. Dieser Mann verrenkt sich auf alle unvorstellbaren Weisen und zieht Grimassen.

Das Spektakel beginnt. Während immer mehr Menschen auf die Bühne strömen und ihren Platz finden, stimmen sie ein tiefes Summen an, das schließlich in einem gemeinsamen Ton verklingt.

Nun wird es rasant, Menschen betreten und verlassen die Bühne so schnell, dass man kaum hinterher kommt. Über der Bühne wird der Text übersetzt. Der Großteil des Stücks wird auf Englisch inszeniert, der Rest auf Deutsch.

Eigentlich soll die Zeit der Wende thematisiert werden, doch gleicht diese Inszenierung viel eher einem Ameisenhaufen. Es geschehen zu viele Dinge zur gleichen Zet, als dass man die Kunst darin schätzen könnte.

Dass die Schauspieler ausgebildete Tänzer sind, ist deutlich zu spüren, der Text sitzt nicht, die Sprache ist kaum mehr Kunst, lediglich auf traurige Weise lustig.

Als die gleiche Choreografie zum dritten Mal getanzt wird, reicht es mir persönlich. Ich habe schon viele schlechte Stücke angesehen, in denen man zumindest einen Funken Sinn finden konnte.
Diese Inszenierung ist allerdings nicht das, was ich erwartet habe, als ich dieses Theater betrat.

Der Schlangenmann wurde nicht gekonnt in Szene gesetzt, sondern bloßgestellt, was meiner Meinung nach in einem Theater absolut nicht sein darf.


Einzig eine Szene gefiel mir - die Abschlussszene. Hier wurde ein riesiger Ventilator auf die Bühne geschoben, der unter ohrenbetäubendem Tosen die Schauspieler von der Bühne trieb. Einzig der Schlangenmensch blieb und kämpfte gegen den großen Widerstand - den Sturm. Es ergab sich eine schöne Komposition aus Willenskraft, Licht, Technik und Ton.

FAZIT:
Wer keinen Wert auf Schauspielkunst legt, sich aber gern dreimal hintereinander die gleiche Choreografie ansehen mag, der wird sicher auf seine Kosten kommen,
Für mich war es nicht besonders erquicklich, aber eine Erfahrung wert.

HOLY HEIMAT


30. November 2014 | Berlin, Friedrichshain/Kreuzberg | Weihnachtsmarkt

Ihr Lieben!
Am letzten Novembertag war ich in Berlin, um eine gute Freundin von mir zu besuchen.
Berlin ist eigentlich überhaupt nicht meine Stadt, da so viel zur gleichen Zeit passiert und ich das Gefühl habe, niemals hinterher zu kommen.
Doch an diesem Tag haben wir versucht, das beste aus diesem Gefühl zu machen und auch ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.

Schließlich fanden wir dank des Internets den HOLY HEIMAT - Weihnachtsmarkt in Kreuzberg, der als multikulti Weihnachtsmarkt beschrieben wurde. Für mich klang die Beschreibung nach einem Treffpunkt für alle Hipster dieser Welt, aber auch unglaublich einladend.

Wir fuhren gegen Abend also gen Warschauerstraße, von dort aus war es nur ein Katzensprung. Auf dem recht dunklen ehemaligen RAW-Gelände fanden sich schließlich einige erleuchtete Hallen, die festlich geschmückt waren. Schöne Indie-Musik drang aus einer dieser Hallen.
Auf dem Vorplatz fand ein kleiner Flohmarkt statt, wo ich direkt eine Schallplatte der WEST SIDE STORY für eine Freundin kaufte.

Etwa fünf Minuten Anstehzeit und zwei Euro (Eintrittspreis) später standen wir zwischen zwei großen Hallen und konnten uns zunächst nicht entscheiden, wohin wir zuerst gehen sollten - es gab so viel zu sehen!

In einer Halle erwarteten uns handgemachte Kleidung (angemessene Preise), Kunstobjekte (zu teuer für Schüler und Studenten!) und Punsch, in der nächsten ein riesiges Angebot an Lebensmitteln und nicht ganz weihnachtlichen Imbissen. Die nächste Halle stellte einen kleinen Konzertsaal dar, der vollkommen mit Paletten versehen war, die sowohl als Bühne, als auch als Tische und Sitzgelegenheiten dienten. Die Band SAN IMA spielte wunderschöne Musik und lud zum Verweilen ein.

Bilder vom Weihnachtsmarkt (klick)

FAZIT:
Diesen Weihnachtsmarkt MUSS man einfach besucht haben, da er eher einem Konzert oder einer Wundertüte gleicht, als dem weihnachtlichen Schnickschnack, mit dem man sonst überflutet zu werden scheint.

RICHARD III

14. November 2014 | Binchen Eutin | Shakespeare Company Berlin | Richard III

Meine lieben Freunde,
Ich würde euch gern von meinen Theatererlebnissen berichten.
Am 14. November war ich in Eutin, um mir die Richard-Version der Shakespeare Company Berlin anzusehen.

Ein einziger Schauspieler für alle Rollen und ein Musiker zur Differenzierung der Rollen.

Wann immer der Charakter gewechselt wurde, kam ein neues Requisit zum Vorschein, welches das minimalistische Bühnenbild immer wieder neu gestaltete.
Es war ein Kunstobjekt. Unglaublich charmant, präzise und unterhaltend.
 Die Musik ist extra dafür von der Regisseurin selbst komponiert worden, der Sinn des Stücks wurde nicht ein einziges Mal aus den Augen verloren.
Dazu muss man sagen, dass ich das Stück natürlich kenne und meine Freunde und ich den Altersdurchschnitt enorm verändert haben. In der Pause ist gut ein Viertel des Publikums (das Theater fasst insgesamt 105 Plätze) nach Hause gegangen, weil sie nichts damit anfangen konnten. Außerdem kamen sie mit der (stark vereinfachten) Sprache nicht zurecht.

Im Anschluss gab es eine Gesprächsrunde, in der sich die Eutiner Elite zum Ei gemacht haben, indem sie Fragen stellten, die keinerlei Relevanz hatten. Man sah sie förmlich schon am nächsten Tag beim Tee mit ihren Gatten sitzen, den Finger von der Tasse abgespreizt und Dinge wie : "Oh, gestern war es ganz bezaubernd! Zwei junge Männer haben ein ganzes Theaterstück aufgeführt! Es war ein wenig aufreibend und verwirrend, aber so sind sie, die Berliner, nicht wahr?" mit nasaler Stimme sagen.

Fazit: schöne Umsetzung, tolle Regie, spitzenmäßiges Schauspiel, wahnsinnige Kombinationen.
 Ein sehr amüsanter Abend, der mir sicherlich ein inneres Blumenpflücken bleiben wird.