30. November 2014 | Schaubühne | Berlin | THE PAST
Direkt nach dem HOLY HEIMAT- Weihnachtsmarkt gingen wir ins Theater, wobei wir uns recht spontan entschieden haben. Zu unserer Zeit liefen zwei Stücke, wir wählten THE PAST - ein Fehler, wie ich finde.
Eine leere Bühne.
Ein Mann kommt mit einer Einkaufstausche auf die Bühne und stellt diese ab.
Angespanntes Warten von Seiten des Publikums. Plötzlich bewegt sich die Einkaufstasche, zappelt, wirkt wild. Dann schält sich ein spindeldürrer Mann aus der Tasche. Dieser Mann verrenkt sich auf alle unvorstellbaren Weisen und zieht Grimassen.
Das Spektakel beginnt. Während immer mehr Menschen auf die Bühne strömen und ihren Platz finden, stimmen sie ein tiefes Summen an, das schließlich in einem gemeinsamen Ton verklingt.
Nun wird es rasant, Menschen betreten und verlassen die Bühne so schnell, dass man kaum hinterher kommt. Über der Bühne wird der Text übersetzt. Der Großteil des Stücks wird auf Englisch inszeniert, der Rest auf Deutsch.
Eigentlich soll die Zeit der Wende thematisiert werden, doch gleicht diese Inszenierung viel eher einem Ameisenhaufen. Es geschehen zu viele Dinge zur gleichen Zet, als dass man die Kunst darin schätzen könnte.
Dass die Schauspieler ausgebildete Tänzer sind, ist deutlich zu spüren, der Text sitzt nicht, die Sprache ist kaum mehr Kunst, lediglich auf traurige Weise lustig.
Als die gleiche Choreografie zum dritten Mal getanzt wird, reicht es mir persönlich. Ich habe schon viele schlechte Stücke angesehen, in denen man zumindest einen Funken Sinn finden konnte.
Diese Inszenierung ist allerdings nicht das, was ich erwartet habe, als ich dieses Theater betrat.
Der Schlangenmann wurde nicht gekonnt in Szene gesetzt, sondern bloßgestellt, was meiner Meinung nach in einem Theater absolut nicht sein darf.
Einzig eine Szene gefiel mir - die Abschlussszene. Hier wurde ein riesiger Ventilator auf die Bühne geschoben, der unter ohrenbetäubendem Tosen die Schauspieler von der Bühne trieb. Einzig der Schlangenmensch blieb und kämpfte gegen den großen Widerstand - den Sturm. Es ergab sich eine schöne Komposition aus Willenskraft, Licht, Technik und Ton.
FAZIT:
Wer keinen Wert auf Schauspielkunst legt, sich aber gern dreimal hintereinander die gleiche Choreografie ansehen mag, der wird sicher auf seine Kosten kommen,
Für mich war es nicht besonders erquicklich, aber eine Erfahrung wert.