Dienstag, 23. Dezember 2014

RICHARD III

14. November 2014 | Binchen Eutin | Shakespeare Company Berlin | Richard III

Meine lieben Freunde,
Ich würde euch gern von meinen Theatererlebnissen berichten.
Am 14. November war ich in Eutin, um mir die Richard-Version der Shakespeare Company Berlin anzusehen.

Ein einziger Schauspieler für alle Rollen und ein Musiker zur Differenzierung der Rollen.

Wann immer der Charakter gewechselt wurde, kam ein neues Requisit zum Vorschein, welches das minimalistische Bühnenbild immer wieder neu gestaltete.
Es war ein Kunstobjekt. Unglaublich charmant, präzise und unterhaltend.
 Die Musik ist extra dafür von der Regisseurin selbst komponiert worden, der Sinn des Stücks wurde nicht ein einziges Mal aus den Augen verloren.
Dazu muss man sagen, dass ich das Stück natürlich kenne und meine Freunde und ich den Altersdurchschnitt enorm verändert haben. In der Pause ist gut ein Viertel des Publikums (das Theater fasst insgesamt 105 Plätze) nach Hause gegangen, weil sie nichts damit anfangen konnten. Außerdem kamen sie mit der (stark vereinfachten) Sprache nicht zurecht.

Im Anschluss gab es eine Gesprächsrunde, in der sich die Eutiner Elite zum Ei gemacht haben, indem sie Fragen stellten, die keinerlei Relevanz hatten. Man sah sie förmlich schon am nächsten Tag beim Tee mit ihren Gatten sitzen, den Finger von der Tasse abgespreizt und Dinge wie : "Oh, gestern war es ganz bezaubernd! Zwei junge Männer haben ein ganzes Theaterstück aufgeführt! Es war ein wenig aufreibend und verwirrend, aber so sind sie, die Berliner, nicht wahr?" mit nasaler Stimme sagen.

Fazit: schöne Umsetzung, tolle Regie, spitzenmäßiges Schauspiel, wahnsinnige Kombinationen.
 Ein sehr amüsanter Abend, der mir sicherlich ein inneres Blumenpflücken bleiben wird.

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